Schnelltests für Infektionskrankheiten
Schnelltests, die Krankheiten nachweisen, gibt es viele. Die Palette reicht von Malaria über Darmkrebs bis zu HIV, besonders beliebt sind auch Hepatitis und andere sexuell übertragbare Krankheiten wie Tripper oder Syphilis. Nur sehr wenige dieser Schnelltests sind in hiesigen Apotheken erhältlich, mehr Möglichkeiten bietet allerdings das Internet. Doch auch hier sind die Schnelltests meist nur in großer Auflage zu erwerben. Gedacht sind die meisten Tests schließlich auch nicht für den Privatgebrauch zu Hause. Am meisten gebraucht werden sie vielmehr in Krankenhäusern in Entwicklungsländern. In diesen Ländern sind aufgrund des schlechten Gesundheitssystems und mangelnder Aufklärung sexuell übertragbare Krankheiten, sowie Typhus, Malaria und Weitere sehr viel verbreiteter als hierzulande. Außerdem bedeutet der Weg zum Krankenhaus für die meisten Menschen einen Tagesmarsch. Diesen einmal auf sich zu nehmen ist schon viel verlangt. Den gleichen Weg aber nach einigen Tagen nochmal auf sich zu nehmen, um sich die Testergebnisse abzuholen, ist kaum durchführbar. Ein weiterer Pluspunkt der Schnelltests ist, das nur eine minimale oder überhaupt keine Ausrüstung zur Durchführung benötigt wird, was natürlich ein Vorteil ist, wenn die Tests angewendet werden, wo nicht einmal Strom oder ein Labor zur Verfügung steht. Die Tests sind außerdem so einfach anzuwenden, dass keine spezielle Ausbildung dafür nötig wäre. Diese einfache und schnelle Anwendbarkeit macht die Tests aber auch für hiesige Krankenhäuser attraktiv. Gebraucht werden sie zum Beispiel, wenn das Personal mit Krankheitserregern in Berührung gekommen ist.
Bei korrekter Anwendung stellen die Schnelltests ein sehr sicheres Ergebnis dar. Dennoch: Schnelltests geben nur eine qualitative (heißt "Ja" oder "Nein") Antwort. Ist das Ergebnis positiv, muss in weiteren Tests geklärt werden, in welchem Stadium die Krankheit sich befindet etc. Trotz hoher Sicherheit sind die Tests weniger akkurat als herkömmliche Testmethoden im Labor (welche natürlich bei einem positiven Ergebnis zusätzlich durchgeführt werden müssen!).
Schnelltests gibt es in verschiedenen Formen, das Testprinzip ist allerdings fast immer das Gleiche. Auf dem Teststreifen befinden sich Moleküle, welche an die krankheitsspezifischen Antikörper oder Antigene andocken (wenn diese denn vorhanden sind) und für eine Färbung sorgen. Getestet wird meist Blut, was eventuell zuvor abgenommen werden muss. Es gibt allerdings auch Schnelltests in Kassettenform. Bei dieser Form muss lediglich der Finger auf eine eingearbeitete Nadel gedrückt werden. Die wenigen Tropfen Blut gelangen direkt in die Kassette und werden dort getestet. Wie angedeutet registrieren die Tests entweder Antigene oder Antikörper. Antikörper werden von dem Immunsystem des Körpers als Abwehr gegen Krankheitserreger gebildet. Bei diesem Test wird also die Immunreaktion des Menschen ausgenutzt, entsprechend funktioniert dieses Prinzip auch nur für die Diagnose von Krankheiten. Um eine Person auf Drogenkonsum oder Schwangerschaft zu testen, muss auf Antigene getestet werden, welche nicht vom Immunsystem gebildet werden. Gerade bei nach Antikörpern suchenden Tests ist es wichtig, dass Blut und keine andere Körperflüssigkeit getestet wird. Antikörper werden schließlich im Blut gebildet und nur dort ist die Konzentration ausreichend hoch für einen Test.